Ermüdungsarmes und zugleich bühnenwirksames Singen ist eines der primären Ausbildungsziele eines Gesangsstudiums. Auf dieser Basis wird das künstlerische Arbeiten möglich, das die einzigartige Freude am Singen ausmacht und den Karriereweg ebnet.

Die dafür notwendigen technischen Funktionen lassen sich über einfaches neurolinguistisches Programmieren erlernen.

Bereits mitgebrachte Fähigkeiten, aber auch künstlerische Ziele der Studierenden bedingen mein pädagogisches Vorgehen. 

Nach einiger Zeit zeigen Stimme, künstlerische Fähigkeiten und Persönlichkeit den möglichen Berufsweg an. Es geht mir dabei um solide ausgebildete Sänger*innenpersönlichkeiten von hoher psychischer Stabilität und maximaler Leistungsbereitschaft für das jeweilig angestrebte Berufsfeld. Vielfach können sängerische Karrieren erreicht werden, indem die Vorstellungen vom Traumberuf Opernsänger*in durch klare Analysen der technisch-künstlerischen Rahmenbedingungen entzaubert werden, und ein individuelles Übungsprogramm zur Leistungssteigerung erstellt wird. Ist dieser Schritt getan, kann die künstlerische Persönlichkeit reifen und sich entfalten. 

Nicht selten unterscheidet sich entspanntes, lockeres Singen vom Stimmgebrauch auf der Opernbühne. Auf der Basis einer achtunddreißigjährigen Bühnenkarriere als Opern- und Konzertsänger und einer dreißigjährigen Lehrerfahrung an berufsbildenden Instituten versuche ich die Verbindung von ökonomischem und bühneneffizientem Singen verantwortungsvoll umzusetzen. Der Schlüssel hierfür ist die sängerische Eigendiagnosefähigkeit: Klangsinn-, Körper- und Hörwahrnehmung können nahezu von allen Singenden erlernt werden, schützten zuverlässig vor stimmlichen Krisen, und bringen den entscheidenden Vorsprung auf dem Weg zur Bühne. Hierfür stelle ich den Studierenden auditive Screenings zu Verfügung, die anatomische und funktionale Gegebenheiten transparent und beeinflußbar werden lassen. In vielen Fällen kann eine Selbstregulation der Stimme erreicht werden, wenn die Natürlichkeit der Stimmfunktionen durch Unterlassung falscher Muster wieder hergestellt wird. Im Ergebnis zeigen sich tragfähige, flexi-stabile Stimmen, die sich durch einen hohen Obertonreichtum auszeichnen und ihren Träger*innen in Auftrittssituationen ein souveränes Wohlgefühl vermitteln. 

Vorsicht Fach! Auch, wenn immer noch davon gesprochen wird: ein deutsches Stimmfachsystem hat es in der Musiktheatertradition nie gegeben, da dieser theoretische Ansatz nicht systematisch war. Eine Sänger*innenpersönlichkeit findet ihr individuelles Repertoire über Jahre von allein und vor allem aus sich selbst heraus. Setzte ich bei der Ausbildung von Opernstimmen auf die sogenannte Stimmfächereinteilung, hätte ich kaum Berufsanfänger an Opernhäusern hervorgebracht. Sänger*innen haben das Recht darauf,  Individualkünster*innen zu sein. Dennoch gibt es stimmtypische Opernpartien, die eine Grobeinteilung von Rollenkategorien nach stimmlichen Kriterien zulassen. Eine richtungsweisende Komponente für Bühnensänger*innen, die den Leistungsrahmen nach Stimmtypen berücksichtigt, schlägt sich in der Alben-Reihe OperAria von  Breitkopf & Härtel nieder, deren Generalherausgeber ich bin. Die Idee ist es, das Opernrepertoire nach stimmtypischen Kriterien zu unterteilen und in die Besetzungstraditionen der Oper einzuarbeiten, aber nicht etwa, Stimmen einem konstruierten Repertoire anzupassen. 

Ich bin davon überzeugt, dass es viele Wege gibt, die alle das Gleiche beabsichtigen: den individuellen und effektiven Klang der Stimme. 

Einige dieser Wege führen zu diesem einzigartigen und faszinierenden Ergebnis und zur Berufsqualifikation.

Daher lautet mein Motto...... Singen und singen lassen